Weihnachtsbrief 2019

Liebe Mitglieder, Freundinnen, Freunde und Förderer,
auch im Jahr 2019, das sich seinem Ende entgegen neigt, war es für uns ein großes Vergnügen, das Junge Theater Bremen unterstützen zu dürfen, in dem mit Herzblut, Leidenschaft und großem Ideenreichtum gearbeitet wird.
Dass diese Arbeit – konkret die Regiearbeit von Birgit Freitag „Für Vier“ im Jugendtanztheater – aber nun am 9. November 2019 mit dem FAUST, dem Deutschen Theaterpreis, ausgezeichnet wurde, ist eine ganz große Überraschung und Freude auch für uns. Wir gratulieren an dieser Stelle noch einmal ihr und dem gesamten Team um Rebecca Hohmann und natürlich dem Intendanten Michael Börgerding, der an seinem Haus so viel Offenheit und Gestaltungsfreiheit für die junge Generation ermöglicht.
Wir zitieren hier gern Birgit Freitag, die sich anlässlich der Faust Preisverleihung für die Zukunft eine noch größere Vielfalt von Menschen auf der Bühne wünscht. „Profis, Menschen aus dem Alltag, Menschen aus anderen Kulturkreisen, Diversität, Inklusion. Menschen, die alle ihre eigenen Möglichkeiten des Ausdrucks haben.“

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Foto: Oliver Kern

Diesem Wunsch können wir uns nur anschließen.
Unser Vorstandsmitglied, der Kinderarzt Dr. Hendrik Crasemann, schildert, ganz in diesem Sinne, seine Erfahrungen als Besucher der diesjährigen MOKSBOX: „Am Sonntag, den 13.Oktober, bin ich ganz spontan ins Theater gegangen, um mir die Präsentation der MOKSBOX anzusehen. Bis dahin konnte ich mir unter „MOKSBOX“ nicht allzu viel vorstellen. Es gibt dieses Format schon seit vielen Jahren. In den Herbstferien spielen und erarbeiten mit viel Phantasie jedes Jahr 30 bis 60 Jugendliche zwischen 13 und 21 Jahren in nur einer Woche unter der Leitung erfahrener TheaterpädagogInnen und SchauspielerInnen ein abendfüllendes Programm zu einem aktuellen, vorgegebenen Thema. In diesem Jahr unter der Überschrift „MANIFESTE“ vier Schwerpunktthemen in vier Gruppen: „Gender“, „Empowermentstrategien“, „Das leise Manifest“ und „Partykultur“.
Was ich da gesehen, gefühlt und erfahren habe, hat mich…wie sagt man es angemessen? Geflasht! Ich habe mich von Anfang bis Ende großartig unterhalten gefühlt. Vieles hat auch mich als älteren Menschen bewegt und zum Nachdenken, Philosophieren gebracht. Ich habe junge Menschen mit starker schauspielerischer Begabung erlebt, aber auch Jugendliche, die mit sehr liebenswerter Vorsicht agiert haben. Allen hat man, unabhängig von Talent, Aussehen, Alter oder Herkunft deutlich angemerkt, wie engagiert und begeistert alle im Team agiert haben.
In den letzten Jahren hat mich als Kinderarzt die Tendenz zum massiven Gebrauch und Missbrauch technischer Medien, zum Rückgang von Sinnlichkeit und gegenseitiger Aufmerksamkeit, zum sozialen Rückzug und Mangel an das Selbstwertgefühl stärkenden Alltagsaktivitäten sehr beunruhigt und in manchen Fällen sehr traurig gemacht. Umso glücklicher bin ich an solchen Abenden wie am 13. Oktober.

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Foto: Jörg Landsberg

Jedem unserer Mitglieder empfehle ich, sich Produktionen vom MOKS, speziell auch einmal (wer Zeit hat) vormittags eine Schülervorstellung anzusehen. Vorstellungen der Jungen Akteure. Präsentationen der Werkstätten.
Es stärkt das Gefühl, mit der Unterstützung des Förderkreises etwas sehr Gutes für viele Jugendliche unserer Stadt und gleichzeitig für die kulturelle Entwicklung unserer Gesellschaft zu tun.
Zu Beginn des Jahres 2019 haben wir u.a. ein Workshop-Programm an fünf Bremer Schulen zur MOKS-Produktion „Aus dem Nichts“ von Fatih Akin fördern können. Wiederum fünf Schulen werden es im Februar 2020 sein. Sie werden sich mit der neuesten Inszenierung des MOKS „ Jugend ohne Gott“ von Ödön von Horváth auseinandersetzen.“
Wir freuen uns auf die Möglichkeit, im Januar auf unserer jährlichen Mitgliederversammlung wieder ausführlicher mit Ihnen und Euch, unseren Mitgliedern und Förderern, ins Gespräch zu kommen. Die Einladung kommt mit gesonderter Post.
Bis dahin wünschen wir allen eine gute Zeit der Feste und zwischen den Jahren
Dagmar von Blacha, Hendrik Crasemann, Rainer Glaap und Lars Vockensohn