Mitgliederbrief August 2022

Liebe Mitglieder unseres Förderkreises Junges.TheaterBremen,

noch befindet sich das Theater in der Sommerpause, die Schulferien neigen sich ihrem Ende entgegen. Wir melden uns schon einmal für unsere Planung im September. Das neue Spielzeitheft des Jungen Theaters gibt einen optimistisch stimmenden Ausblick auf das Kommende. Und wir alle hoffen, dass die nächste Spielzeit wieder die Räume öffnet für Nähe, Neugier und Spiellust. Die Reflexion des Weltgeschehens und die jeweils individuelle Situation der Kinder und Jugendlichen – besonders in dieser Zeit, brauchen das Theater, brauchen Möglichkeiten des Ausdrucks und professionelle Begleitung.
Wir bedanken uns sehr bei dem ganzen Team des JTB, das so direkt mit der Pandemie und ihren verheerenden Auswirkungen auf die Jugendlichen konfrontiert war und ist. Sie haben jede Unterstützung verdient.

Ihnen, unseren Mitgliedern, die Sie den Zielen unseres Vereins treu geblieben sind, sagen wir ganz herzlich: Danke! Das neue Spielzeitheft  dokumentiert eindrucksvoll, wie sich die Kooperationen in Schulen und Stadtteilen, auch dank Ihrer Unterstützung, erweitert und vertieft haben. Wir sind sehr froh darüber, dass dadurch immer mehr Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit bekommen, künstlerisch aktiv und kreativ sein zu können.

Im September wollen wir eine Mitgliederversammlung abhalten. 

Die Einladung mit der Terminierung werden Sie Anfang September erhalten. Es stehen Vorstandswahlen an. Wir freuen uns sehr, ohne unsere Verbundenheit zum JTB  und unser Interesse für die gemeinsame Sache zu schmälern, wenn neue Kandidatinnen und Kandidaten zur Vorstandswahl antreten. Soviel sei verraten: es gibt schon zwei ernsthafte Interessentinnen, auf die wir uns freuen dürfen. Wer also Lust hat, sich in einem Vorstandsteam des Förderkreises Junges.TheaterBremen  zu engagieren, sollte nicht zögern, uns zu kontaktieren. Wir würden uns freuen. 

Ihnen und Euch allen, weiterhin hoffentlich gesunde, erholsame Sommertage!

Ihr Vorstand
Dagmar von Blacha   
Dr. Hendrik Crasemann
Rainer Glaap
Lars Vockensohn

Mitgliederbrief Januar 2022

Liebe Mitglieder,


ein Neues Jahr hat begonnen – wir hatten viel Hoffnung, uns dann wieder real begegnen und mit Ihnen austauschen zu können. Weniger kompliziert werden Zusammenkünfte allerdings gerade nicht. Wir wollen Ihnen deshalb zunächst den Stand der Dinge schriftlich skizzieren:


Das Junge Theater Bremen ist mit viel Verantwortungsbewusstsein und Aufwand der verunsichernden Lage der letzten zwei Jahre begegnet. Aber es mussten viele Veranstaltungen verschoben, aufgehoben werden, oder konnten nur unter sehr erschwerten Bedingungen realisiert werden. Das betraf auch Projekte, deren Förderung wir bereits zugesagt hatten.
Wir danken Ihnen sehr dafür, dass Sie in dieser Zeit mit Ihren Mitgliedsbeiträgen weiter zu unserer gemeinsamen Sache gestanden haben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des JTB haben erleben müssen, wie schwer Kinder und Jugendliche von der Situation betroffen sind und in vieler Hinsicht Schaden nehmen. Sie müssen jetzt um so mehr in den Mittelpunkt aller Aufmerksamkeit rücken. Die Frage ist, wie Ihnen wieder die gemeinsame Chance der Entwicklung von Ideen, Spiellust und Ausdruck gegeben werden kann. Es braucht neue Arbeitsansätze und Recherchen, wie Kinder und Jugendliche ihre Situation empfinden und bewältigen können. Wir haben daher unser gesamtes derzeitig verfügbares Budget von 7.000 € dem Jungen Theater für die Ermöglichung von Planungen, Recherchen und Projekten mit Schulen zur Verfügung gestellt, da sie dort mitten in den Alltag aller Kinder und Jugendlichen hineinwirken können. Aber da genau sind auch die größten Hürden zu überwinden.


Da konkrete Projektanträge in den letzten zwei Jahren immer wieder ausgesetzt werden mussten, hoffen wir, mit der Bereitstellung eines Budgets dem JTB mehr situationsbezogene flexible Planung mit den Schulen zu ermöglichen.
Wir unterstreichen damit eines unserer zentralen Anliegen. Wie schön, dass Sie uns darin unterstützen.


Für unsere Mitgliederversammlung gelten die Corona-Sonderregelungen, nach denen wir noch bis zum 31.August dieses Jahres Zeit haben, eine satzungsgemäße Versammlung durchzuführen. Und so hoffen wir, dass die Pandemielage uns im Frühsommer eine real stattfindende Mitgliederversammlung ermöglicht, in der auch Vorstandswahlen auf der Tagesordnung stehen. Insbesondere auch aus diesem Grund ist uns eine Präsenzveranstaltung besonders wichtig.
Rebecca Hohmann wird für uns einen „Pandemiereport“ verfassen, der uns eine Vorstellung von den existentiellen Herausforderungen dieser Zeit für das Kinder- und Jugendtheater geben wird.
Wir bedanken uns und wünschen Ihnen ein Gutes 2022!


Ihr Vorstand


Dagmar von Blacha, Dr. Hendrik Crasemann, Rainer Glaap und Lars Vockensohn

Weihnachtsbrief 2020

Leider nur eine Montage, geboren aus der Sehnsucht, bald wieder nah beieinander arbeiten zu dürfen.
Das Junge Theater Bremen

Liebe Mitglieder des Förderkreises Junges.TheaterBremen!

Wie schön, dass Sie in diesem besonders herausfordernden Jahr unserem Förderverein treu geblieben sind!

Alle Beteiligten am Jungen Theater haben unsere Unterstützung wirklich verdient. Nicht nur für das, was wir im Zuschauerraum und die Jugendlichen auf der Bühne erleben, sondern auch für alles das, was n i c h t stattfinden konnte: aufwendig geplante, erdachte und so sehr auf ihre Realisierung wartende Produktionen. Die große Kunst, trotz der widrigen Umstände kreativ zu bleiben. Die Herausforderung, Jugendlichen und sich selbst so einige Frustrationen zumuten zu müssen. All diese „Aufs und Abs“ zwischen positiver Initiative und enttäuschtem Innehalten haben die Arbeit des JTB-Teams über ein ganzes Jahr begleitet. An weitergehende Perspektiven, wie die begonnene Arbeit an internationalen Kooperationen, war in diesem Jahr
leider nicht zu denken.

Das gemeinsame produktive, künstlerische Schaffen am Theater fehlt uns. Uns allen. Dennoch scheint das gegenseitige Vertrauen gerade in dieser Zeit ungebrochen, weil dieses tolle Team des Jungen Theaters alles dafür tut, im engen Kontakt mit seinen Jugendlichen zu sein. Für Aufführungen zu proben, von denen man nicht weiß, wann sie stattfinden werden. Mit voller Energie an einer Zukunft auch in den Schulen zu arbeiten, in der es diese Beschränkungen irgendwann nicht mehr geben muss.

Ein sehr schönes Beispiel für dieses Engagement in schwerer Zeit ist die Beteiligung des Jungen Theaters an einem Pilotprojekt gemeinsam mit dem KUBO, Tanzwerk Bremen, Kulturzentrum Schlachthof und der Gesamtschule Mitte. Dieses Projekt hat sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Leben der Jugendlichen zum Thema gemacht und mit Partnern aus verschiedenen Richtungen kultureller Bildung umgesetzt. Wie gut dieses Projekt angekommen ist, schildert der Schuldirektor der GSM:


Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
was für ein super Projekt, das ihr mit uns hier durchführt!
Ich war ganz gerührt gestern von den Präsentationen! Wie offen die Schüler*innen sind, wie viele Gedanken sie sich machen, wie verantwortungsvoll sie handeln, an andere denken, sich versuchen zurückzunehmen, das alles zum Ausdruck bringen – und ihr holt es aus ihnen heraus, gebt ihnen die Möglichkeit, das auszudrücken.
Auch die Skizzen der Hand, die nicht berühren darf, die Gesichter, die vieles ausdrücken, waren sehr eindrucksvoll.
Auch viel Lebensfreude und Lust sich zu bewegen schimmert durch. Humor war dabei… Ich kann nur danke sagen und freue mich, dass nun auch das Unterhaus Gelegenheit bekommt, mit euch zu arbeiten.


Mehr dazu können Sie in diesem kleinen Hörspiel erfahren:

Die diesjährige Mitgliederversammlung findet Ende Januar statt. Wir werden unseren Rechenschaftsbericht leider nicht persönlich, sondern nur in schriftlicher Form vorlegen können. Ebenso wird Rebecca Hohmann auf diesem Weg ihren Einblick in die Aktivitäten des JTB im Jahr 2020 und die Planungen für das neue Jahr geben. Vorstandswahlen stehen erst für 2022 an.

Wir wünschen Ihnen eine gute Zeit zwischen den Jahren und sagen noch einmal Danke für Ihre Unterstützung. Schade, dass wir uns nicht sehen werden. Wir freuen uns aber immer sehr über Ihre Beiträge, Ideen, Fragen. Natürlich ganzjährig.

Ihr Vorstand

Dagmar von Blacha, Dr. Hendrik Crasemann, Rainer Glaap und Lars Vockensohn

Der neue Vorstand ist der alte

Bei der Mitgliederversammlung des Fördervereins wurde der Vorstand einstimmig entlastet. Bei der anstehenden Wahl für die nächsten Jahre wurde der amtierende Vorstand einstimmig erneut gewählt.

Den Rechenschaftsbericht für das vergangene Jahr 2019 sowie das Protokoll der Mitgliederversammlung 2018 verschicken wir gerne auf Anfrage an die Mitglieder des Vereins.

„Beim Kuss haben sie ‚iiiih!‘ gerufen“ – Über eine Boy-Schulvorstellung

Katharina Frohne, Weser Kurier, 27.12.2019

Wenn Anne Leira van Poppel auf der Theaterbühne steht, wird sie zu Chris, einem jungen Transmann. Für die 19-Jährige ist ihre Rolle eine Herausforderung. Sie sagt: „Chris zu spielen, hat mein Leben verändert.“

Noch vor einem Jahr wollte Anne Leira van Poppel Tanz studieren. Inzwischen ist sie sich da nicht mehr so sicher. Denn dann kam das Stück
Noch vor einem Jahr wollte Anne Leira van Poppel Tanz studieren. Inzwischen ist sie sich da nicht mehr so sicher. Denn dann kam das Stück „Boy“. (Christina Kuhaupt)
Das Stück ist erst wenige Minuten alt, da will Anne Leira van Poppel am liebsten hinschmeißen. Mit ihren Kollegen von den Jungen Akteuren des Theaters Bremen steht sie in „Boy“ auf der Bühne. Das Stück basiert auf dem Film „Boys Don’t Cry“, der die wahre Geschichte des jungen Brandon Teena erzählt. Teena wird 1972 in Lincoln, Nebraska, geboren. Als Mädchen, zumindest äußerlich. Innerlich ist Teena ein Junge, er hasst seinen weiblichen Körper, seine weibliche Stimme, seine zarten Züge. 1993, Teena ist gerade 21 geworden, wird er vergewaltigt, wenig später erschossen. Die Täter sind seine Freunde, denen gegenüber er sich als Mann ausgegeben hatte. Später werden sie vor Gericht sagen, sie hätten sich von Teena hintergangen und verarscht gefühlt. Den Mord bezeichnen sie als „Denkzettel“.

Harter Stoff also, den die junge Theatersparte sich da vorgenommen hat. In ihrer Version heißt Brandon Teena Chris, gespielt wird er von van Poppel. Die ist selbst erst 19, als sie das Stück vor mehreren Schulklassen aufführt. Die Schülerinnen und Schüler sind nur zwei Jahre jünger als sie, mehr als 100 drängen sich im Brauhaus, der kleinsten Bühne des Hauses. Als Chris trägt van Poppel weite Jeans, Lederstiefel, Bomberjacke. Sie steht breitbeinig, lässt die Schultern hängen, ihr Haar trägt sie sowieso kurz. Das passte.

Als Chris verliebt van Poppel sich; in Lana, ein Mädchen aus Chris‘ neuer Clique. Es gibt eine Szene, in der kommen sich Lana und Chris näher, in der schauen sie einander tief in die Augen, viele spannungsgeladene Theatersekunden lang. Dann küssen sie sich; ein kurzer, schöner, rührender Kuss.

Die Schülerinnen und Schüler sahen das anders. „Beim Kuss haben sie ‚iiiih!‘ gerufen, sagt van Poppel. Gestört hatten sie schon vorher, „eigentlich ununterbrochen“; sie hatten gelacht, geflüstert, Kommentare gezischt. „Gay!“ oder „Schwuchtel!“, solche Sachen. Van Poppel sagt: „Das war der schlimmste Moment, den ich bislang auf der Bühne erlebt habe.“

Sie erzählt das alles an einem Bremer Dezembertag, der sich nicht so richtig entscheiden kann zwischen Herbst und Winter. Milde acht Grad, Nieselregen, graue Wolkensuppe. Für das Treffen hat sie das Café „Noon“ im Theater vorgeschlagen. Sie ist oft hier, sie jobbt an der Bar, außerdem ist sie fast jeden Tag für Proben im Haus.

Van Poppel ist gebürtige Bremerin. Das Theater am Goetheplatz kennt sie, seit sie denken kann. Ihre Eltern, eine Spanierin und ein Holländer, arbeiteten lange als Tänzer im Haus, inzwischen sind sie Choreografen. Auch van Poppel tanzt, seit sie klein ist: Modern und Contemporary Dance. „Noch vor einem Jahr hätte ich gedacht, dass ich Tanz studiere“, sagt sie. Jetzt sei sie da nicht mehr so sicher. Denn dann kam „Boy“. Und Chris. Den spielt sie seit einem Dreivierteljahr. Es ist ihre erste richtige Rolle; vorher, erzählt sie, habe sie nur für Schultheaterstücke auf der Bühne gestanden.

Wer sie in „Boy“ sieht, kann das kaum glauben. Van Poppel spielt Chris mit großem Einfühlungsvermögen; zurückhaltend, verletzlich, sanft, wahnsinnig präsent. Sie spielt einen jungen Mann, der keinerlei Angriffsfläche bieten will. Und der trotzdem Lust aufs Leben hat. Auf Freiheit und Glück und endlich ein bisschen Unbeschwertheit.

Viele von Chris‘ Seiten seien ihr selbst vertraut, sagt van Poppel. Auch sie neige zu Unsicherheit, stehe eigentlich nicht gern im Mittelpunkt. Aber auf der Bühne. Warum? „Weil es unglaublich ist, was da zwischen uns und dem Publikum passiert.“ Theater ist für sie Nähe, Unmittelbarkeit, ein extrem intensives Erlebnis. Sie sagt: „Für mich fühlt es sich an, als würde ich dem Publikum etwas schenken, eine Geschichte – und das Publikum beschenkt mich mit Zeit und Aufmerksamkeit.“ Trotzdem koste sie jeder Auftritt Überwindung. Auch, weil sie so selbstkritisch sei. Mit der Rolle des Chris zum Beispiel habe sie lange gehadert – „weil ich mir nicht anmaße, zu wissen, wie er sich fühlt“.

„Boy“ zu zeigen, hält sie trotzdem für „mega wichtig“. Das sei ihr zuletzt bei der Begegnung mit der Bremer Schulklasse aufgefallen. Im Anschluss an das Stück habe es ein Gespräch zwischen Ensemble und Publikum gegeben. „Da hat Jannes (Weber, einer der anderen Darsteller; Anm. d. Red.) gesagt, dass er das total respektlos fand.“ Danach habe sich ein sehr offenes, konstruktives Gespräch ergeben. Die Schüler hätten sich entschuldigt, hätten auf einmal verstanden, dass da echte Menschen auf der Bühne stehen. Dass auch die Personen, von denen „Boy“ erzählt, echt sind. Dass ihre Probleme echt sind, ihre Ängste, ihre Sorgen. Die Aufführung sei deshalb einerseits die schlimmste gewesen, sagt van Poppel – „gleichzeitig aber auch die Beste“. Denn genau das, sagt sie, sei die Kraft des Theaters: „dass die Menschen vielleicht ein bisschen anders gehen, als sie gekommen sind“.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Autorin

Weitere Informationen und Spieltermine hier.

Weihnachtsbrief 2019

Liebe Mitglieder, Freundinnen, Freunde und Förderer,
auch im Jahr 2019, das sich seinem Ende entgegen neigt, war es für uns ein großes Vergnügen, das Junge Theater Bremen unterstützen zu dürfen, in dem mit Herzblut, Leidenschaft und großem Ideenreichtum gearbeitet wird.
Dass diese Arbeit – konkret die Regiearbeit von Birgit Freitag „Für Vier“ im Jugendtanztheater – aber nun am 9. November 2019 mit dem FAUST, dem Deutschen Theaterpreis, ausgezeichnet wurde, ist eine ganz große Überraschung und Freude auch für uns. Wir gratulieren an dieser Stelle noch einmal ihr und dem gesamten Team um Rebecca Hohmann und natürlich dem Intendanten Michael Börgerding, der an seinem Haus so viel Offenheit und Gestaltungsfreiheit für die junge Generation ermöglicht.
Wir zitieren hier gern Birgit Freitag, die sich anlässlich der Faust Preisverleihung für die Zukunft eine noch größere Vielfalt von Menschen auf der Bühne wünscht. „Profis, Menschen aus dem Alltag, Menschen aus anderen Kulturkreisen, Diversität, Inklusion. Menschen, die alle ihre eigenen Möglichkeiten des Ausdrucks haben.“

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Foto: Oliver Kern

Diesem Wunsch können wir uns nur anschließen.
Unser Vorstandsmitglied, der Kinderarzt Dr. Hendrik Crasemann, schildert, ganz in diesem Sinne, seine Erfahrungen als Besucher der diesjährigen MOKSBOX: „Am Sonntag, den 13.Oktober, bin ich ganz spontan ins Theater gegangen, um mir die Präsentation der MOKSBOX anzusehen. Bis dahin konnte ich mir unter „MOKSBOX“ nicht allzu viel vorstellen. Es gibt dieses Format schon seit vielen Jahren. In den Herbstferien spielen und erarbeiten mit viel Phantasie jedes Jahr 30 bis 60 Jugendliche zwischen 13 und 21 Jahren in nur einer Woche unter der Leitung erfahrener TheaterpädagogInnen und SchauspielerInnen ein abendfüllendes Programm zu einem aktuellen, vorgegebenen Thema. In diesem Jahr unter der Überschrift „MANIFESTE“ vier Schwerpunktthemen in vier Gruppen: „Gender“, „Empowermentstrategien“, „Das leise Manifest“ und „Partykultur“.
Was ich da gesehen, gefühlt und erfahren habe, hat mich…wie sagt man es angemessen? Geflasht! Ich habe mich von Anfang bis Ende großartig unterhalten gefühlt. Vieles hat auch mich als älteren Menschen bewegt und zum Nachdenken, Philosophieren gebracht. Ich habe junge Menschen mit starker schauspielerischer Begabung erlebt, aber auch Jugendliche, die mit sehr liebenswerter Vorsicht agiert haben. Allen hat man, unabhängig von Talent, Aussehen, Alter oder Herkunft deutlich angemerkt, wie engagiert und begeistert alle im Team agiert haben.
In den letzten Jahren hat mich als Kinderarzt die Tendenz zum massiven Gebrauch und Missbrauch technischer Medien, zum Rückgang von Sinnlichkeit und gegenseitiger Aufmerksamkeit, zum sozialen Rückzug und Mangel an das Selbstwertgefühl stärkenden Alltagsaktivitäten sehr beunruhigt und in manchen Fällen sehr traurig gemacht. Umso glücklicher bin ich an solchen Abenden wie am 13. Oktober.

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Foto: Jörg Landsberg

Jedem unserer Mitglieder empfehle ich, sich Produktionen vom MOKS, speziell auch einmal (wer Zeit hat) vormittags eine Schülervorstellung anzusehen. Vorstellungen der Jungen Akteure. Präsentationen der Werkstätten.
Es stärkt das Gefühl, mit der Unterstützung des Förderkreises etwas sehr Gutes für viele Jugendliche unserer Stadt und gleichzeitig für die kulturelle Entwicklung unserer Gesellschaft zu tun.
Zu Beginn des Jahres 2019 haben wir u.a. ein Workshop-Programm an fünf Bremer Schulen zur MOKS-Produktion „Aus dem Nichts“ von Fatih Akin fördern können. Wiederum fünf Schulen werden es im Februar 2020 sein. Sie werden sich mit der neuesten Inszenierung des MOKS „ Jugend ohne Gott“ von Ödön von Horváth auseinandersetzen.“
Wir freuen uns auf die Möglichkeit, im Januar auf unserer jährlichen Mitgliederversammlung wieder ausführlicher mit Ihnen und Euch, unseren Mitgliedern und Förderern, ins Gespräch zu kommen. Die Einladung kommt mit gesonderter Post.
Bis dahin wünschen wir allen eine gute Zeit der Feste und zwischen den Jahren
Dagmar von Blacha, Hendrik Crasemann, Rainer Glaap und Lars Vockensohn

„Für vier“ nominiert für den FAUST-Preis

Wir freuen uns sehr über die Nominierung von Birgit Freitag für den FAUST-Preis des Deutschen Bühnenvereins und gratulieren herzlich!

Der Weser Kurier berichtet heute:

„Die Bremer Choreografin Birgit Freitag ist für den Deutschen Theaterpreis „Der Faust 2019“ nominiert worden. Sie tritt am 9. November im Staatstheater Kassel gegen zwei weitere Nominierte in der Kategorie „Regie Kinder- und Jugendtheater“ an, teilte der Deutsche Bühnenverein mit. Die Ehrung betrifft ihre am Jungen Theater Bremen realisierte Produktion „Für vier“.“

Es gibt noch einige Karten für die nächsten Vorstellungen.

Die Preisverleihung findet am 9.11. im Staatstheater Kassel statt. Wir drücken die Daumen!

Boy: Nur noch wenige Vorstellungen

„Boys don’t cry“ heisst der Film, den Kimberly Pearce 1999 über die erschütternde Geschichte von Brandon Teena drehte: ein junger Transmann, obdachlos und auf der Suche nach einer sozialen Heimat, trifft auf eine Clique eines Provinzstädtchens, bei der er sich zunächst wohl fühlt und sich in ein Mädchen verliebt. Als allerdings klar wird, dass er trans ist, reagieren Teile der vermeintlichen Freunde auf diesen „Verrat“ mit Hass und Gewalt. Die Zuordnung zu einem eindeutigen, optischen, biologischen, sowie sozialen Geschlecht scheint die Teilnahmebedingung in unserer Gesellschaft für ein erfolgreiches Leben zu sein – ein Blick auf die immer noch fortwirkende Diskriminierung und Stigmatisierung von transidenten Menschen lässt keine andere als diese traurige Bilanz zu.


Video: Junges.Theater Bremen

Vorstellungen: 5., 7. + 8. September 2019

Karten: Theater Bremen Ticketshop

Die Jungen Akteure sind für das Theatertreffen der Jugend nominiert

Junge Akteur*innen sind nominiert für das Theatertreffen der Jugend mit „Bilder deiner großen Liebe“!

bilder deiner grossen liebe

Foto: Jörg Landsberg

In Bremen ist es noch 3x zu sehen: am 8./9. und 10. März um 19 Uhr im Brauhauskeller.